Kulturdenkmäler effizient erfassen.
Vom mobilen 3D-Laserscan zum CAD-Modell

Die Laserpunktwolke als Datengrundlage – Bauen in historischem Gebäudebestand

Kunden-Interview: Bernhard Storz, Inhaber von storz.architektur aus Freiburg

storz.architektur hat unseren Service der Bestandserfassung mit dem mobilen 3D-Laserscanner dotcube für ein besonderes Projekt in Anspruch genommen.
Gescannt wurde ein historischer Hof im Schwarzwald.
Die Aufbereitung der 3D-Laserpunktwolke als CAD-Modell hat das Architekturbüro anschließend selbst in ArchiCAD durchgeführt.

Der Architekt und Schreiner Bernhard Storz verbindet in seinen Projekten Traditionelles mit Innovativem und liefert so eine spannende und moderne Interpretation seiner Heimat, dem Schwarzwald.

storz.architektur hat sich unter anderem auf Umbauten und Neuinterpretationen von Bestandsgebäuden spezialisiert. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, wenn es gilt historischen oder denkmalgeschützten Gebäudebestand behutsam den Anforderungen und veränderten Nutzungskonzepten unserer Zeit anzupassen und gleichzeitig das typische Erscheinungsbild zu erhalten.

Wir freuen uns über das Vertrauen in unsere Technik.

Dotscene: „Hr. Storz, können Sie uns kurz vorstellen, worum es in Ihrem aktuellen Projekt im Schwarzwald geht?“

Bernhard Storz: „Der alte Eindachhof hat in seiner zurückliegenden Geschichte mehrere Umbauten erfahren, auch weil sich die ehemalige Nutzung von gleichberechtigtem Wohnen und Ökonomieteil stark verändert hat. Heute ist das Wohnen zur Hauptsache geworden, die Umnutzung des Ökonomieteils zum Wohnen stellt eine Chance und eine Herausforderung dar. Der Ökonomieteil wird nur noch in deutlich reduziertem Umfang als Pferdehaltung weitergeführt.“

Dotscene: „Was fasziniert Sie persönlich an dem Thema Bauen im Bestand?“

Bernhard Storz: „Bestand bedeutet feste Gegebenheiten bzw. Rahmenbedingungen einzuhalten und einen geschichtlichen Hintergrund zu beachten. Im leichtesten Fall können Schönheitsmaßnahmen durchgeführt werden, wenn Nutzung und Qualität noch vorhanden sind. In allen anderen Fällen bedeutet es eine Neuinterpretation angepasst auf die heutige Zeit. Es ist eine Bauaufgabe zwischen Chance und Gebundenheit.“

Dotscene: „Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als Architekt bei der Bestandserfassung historischer Gebäude für die Dokumentation und Erstellung aktueller Planungsgrundlagen für den Umbau?

Bernhard Storz: „In den wenigsten Fällen sind Bestandsunterlagen ausreichend oder überhaupt vorhanden. Das ist so, wie wenn Sie ein altes Auto ohne Bauplan oder Bedienungsanleitung haben. Das ganze zurückliegende Wissen fehlt und gilt es wieder zu erlangen. Es ist dann zu bewerten, welche Angaben und Daten für den weiteren Projektverlauf notwendig sind. Es sollten nicht zu viele und auf jeden Fall nicht zu wenige sein.“

Dotscene: „Wie sind Sie bisher dabei vorgegangen, die benötigten Maße zu erfassen, und diese anschliessend in ein 3D-Modell zu überführen?“

Bernhard Storz: „Liegen Bestandsunterlagen vor, so können diese manuell in das CAD-Programm übertragen werden. Die baurechtlich wichtigen Planungsdaten werden dann von Vermessungsbüros dazu geliefert. Die darüber hinaus erforderlichen Gebäudedaten werden oftmals über ein manuell durchgeführtes Aufmaß als Bestandsaufnahme erstellt.“

Dotscene: „Haben Sie ein besonderes Herangehen, wenn es darum geht, historische Gebäude in Ihrer persönlichen Handschrift als Architekt zu interpretieren, was inspiriert Sie?“

Bernhard Storz: „Der Ansatz ist ganz einfach. Ich sehe meine Verpflichtung darin, die bestehenden Qualitäten zu sichern und zu stärken und die neuen Nutzungswünsche möglich zu machen. Dies vor dem Hintergrund, die direkten örtlichen und regionalen Bezüge zu respektieren. Es gilt nicht der Satz „Alles ist möglich“ sondern die Anforderung, im Sinne des Projektes sich dienend und trotzdem selbstbewusst einzubringen. Dazu ist die aufgeschlossene und mutige Mitwirkung der Bauherrschaft und eine sehr gute Teamarbeit aller Beteiligten unabdingbar.“

Dotscene: „Was hat Sie davon überzeugt, dieses Mal einen mobilen 3D-Laserscan für Ihr Projekt anfertigen zu lassen?“

Bernhard Storz: „Es wird immer wichtiger bei der Umsetzung von Bauprojekten sehr genaue Vermessungsgrundlagen zu schaffen. Bei dem Eindachhof handelt es sich um ein komplexes Gebäude. Man denke nur an das Holztragwerk der Scheune. Es stand von Anfang fest (in Abstimmung mit den Beteiligten), Daten erfassen zu lassen, die in allen Leistungsphasen sowohl in der Planung als auch in der Ausführung genutzt werden können. Mit der Punktwolke aus dem mobilen 3D-Laserscan kann man jetzt jederzeit jedes Detail im Gebäude betrachten und planen.“

Dotscene: „Sie haben die Aufbereitung der 3D-Laserpunktwolke als 3D-CAD-Modell anschließend intern durchgeführt, wie hat die Aufbereitung der Daten in ArchiCAD Ihren Arbeitsablauf verändert und welchen Mehrwert hat Ihnen das verformungsgerechte Aufmaß mit dem mobilen Laserscanner für Ihr Projekt geliefert?“

Bernhard Storz: „Wir haben die 3D-Laserpunktwolke sozusagen als „Mastergebäude“ in dem CAD-Projekt verwendet. Es ist in allen Ebenen der Grundrisse, Schnitte und Ansichten hinterlegt. Das Gebäudemodell kann auf dieser Grundlage neu erstellt werden. Besonders bei nicht systematisierten und komplexen Projekten ist es wichtig, jede Stelle des Bestandes sichtbar machen zu können, um die neuen Maßnahmen darauf abzustimmen.“

Dotscene: „Welche nächsten Schritte planen Sie jetzt in dem 3D-Modell bzw. wofür nutzen Sie das digitale Gebäudemodell genau?“

Bernhard Storz: „Die Bauantragsplanung ist mit dem 3D-Modell erstellt worden. Als nächstes gilt es die Ausführungs- und Detailplanung mit einem deutlich höheren Detailierungsgrad auszuführen. Im gesamten Projektverlauf wird die 3D-Laserpunktwolke immer auch als Prüfmodell verwendet für alle Gewerke z.B. für die Werkstatt- und Fertigungspläne.“

Dotscene: „Vielen Dank Hr. Storz, wir sind gespannt auf das Ergebnis. Wollen Sie uns noch etwas über Ihr nächstes Projekt verraten?“

Bernhard Storz: „Der nächste Hof ist bereits da, interessante Neubauten ebenso.“

Das Ergebnis.

Eine Datengrundlage für sämtliche Planungsstufen
TECHNIK

Der dotcube

Mit 600.000 Laserstrahlen pro Sekunde scannt der dotcube seine Umwelt. Intelligente Softwarealgorithmen zur geometrischen Punktwolkenfusion sorgen dafür, dass der Sensor universell einsetzbar ist. Bei der Datenerfassung ist der dotcube vollkommen unabhängig von äußeren Bezugsgrößen wie z.B. GPS. Es müssen keinerlei zusätzliche Messungen mehr vorgenommen werden.
Die Kombination dieser Eigenschaften machen die dreidimensionale Erfassung von Immobilien so einfach, dass der dotcube ab sofort auch als Pay-per-Use-Modell angeboten wird. Die Zeitersparnis bei der Datenerfassung beträgt bis zu 80% gegenüber herkömmlichen Methoden.

Ob Sie GPS-Empfang haben oder ob es für das bloße Auge zu dunkel ist, spielt keine Rolle mehr:
Der dotcube eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Datenerfassung.

Optimiert für den flexiblen Einsatz lässt sich der dotcube zu Fuß, an Fahrzeugen und an Drohnen verwenden. Sie entscheiden, welche Datenerfassungsstrategie zielführend ist.

Mit ein und demselben Gerät lassen sich jetzt Immobilien von innen und außen scannen. Natürlich gilt das auch für Landschaften, Brücken und Tunnel.

Mit nur 2,4 kg ist der dotcube ein echtes Leichtgewicht. Ausgestattet mit 500 GB internem Speicher können Sie insgesamt mehr als 3.500 Minuten scannen.

Ausgezeichnet mit der Anerkennung für beispielhafte Leistungen durch das Land Baden-Württemberg, entwickeln wir unsere Technik im Herzen der Freiburger Altstadt.

Abbildung: Der dotcube

Der dotcube.

Grenzenlose Mobilität bei der Datenerfassung

Mobiles Laserscanning

Die Vorteile einer mobilen Laserdatenerfassung gegenüber herkömmlichen Methoden der Bestandserfassung sind enorm: Immobilien, Landschaften und ganze Stadtteile lassen sich praktisch im Vorbeigehen scannen. Die Zeitersparnis bei der Datenerfassung und die Vollständigkeit der Daten gegenüber anderen Methoden ist beachtlich.
Um wirkliche Mobilität bei der Datenerfassung zu erreichen, muss der Laserscanner vollkommen unabhängig von Referenzmessungen und GPS einsetzbar sein. Diese Herausforderungen haben wir von dotscene gemeistert. Zusätzlich kombinieren wir die erfassten Datensätze in unserer Cloud-Software. Vom Außengelände über die einzelnen Stockwerke bis hin zur Dachfläche bilden wir so Immobilien vollständig dreidimensional ab.

Mapping Solutions & Digital Tools

Als Full-Service-Dienstleister der seine eigene Technologie einsetzt, kennen wir die Aufgabenstellungen in der Praxis sehr genau.  Rund um unser Kernprodukt haben wir daher Lösungen und digitale Werkzeuge entwickelt, die den Umgang mit den erfassten Laserdaten optimieren. Unser Fokus liegt hier immer auf Einfachheit, Zuverlässigkeit und Effizienz. Heute sind wir dazu in der Lage, riesige Datensätze konsistent miteinander zu kombinieren. Daraus leiten wir mit unserer Software Schnitte, Ansichten und Fassadenabwicklungen ab.

Egal wo Sie gerade sind, laden Sie uns die erfassten Daten automatisch über den dotcube in unsere Cloud. Wir übernehmen den Rest.