Digitalisierung im ÖPNV.
Dreidimensionale Planungsgrundlagen für den Um- und Ausbau im öffentlichen Personennahverkehr

Scannen im Vorbeigehen.

In 15 Minuten zum 3D-Modell von Haltestellen

In Mecklenburg-Vorpommern haben wir für die kobra NVS GmbH 38 Abfahrtspositionen gescannt. Trotz langer Fahrtwege wurden alle Haltestellen innerhalb von nur acht Stunden vollständig dreidimensional erfasst. Ein spannendes Einsatzgebiet für unseren mobilen Laserscanner dotcube.
Ziel der Arbeiten war es, eine solide Planungsgrundlage in den verschiedenen Leistungsphasen des Um- und Ausbaus zu erhalten und eine Dokumentation des Ist-Zustands zu erfassen.
Berufsverkehr und Fahrgastaufkommen während der Scan-Arbeiten waren kein Hindernis für die Datenaufnahme.

Die kobra NVS GmbH ist bundesweit seit über 15 Jahren als ÖPNV-Dienstleister mit einer breiten Leistungspalette tätig. 2019 wurde das Unternehmen mit dem Innovationspreis des Ministeriums für Verkehr des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit und darüber, dass unsere Technologie auch bei der Erfassung von Infrastruktur zur effizienten Gestaltung von Prozessen beiträgt.
Die gescannten Haltestellen können jetzt auf unserer Onlineplattform vermessen und ausgewertet werden.

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Mit dem mobilen 3D-Laserscanner dotcube werden 38 Abfahrtspositionen innerhalb von einem Tag vollständig gescannt.

Mobiles 3D-Laserscanning als Planungsgrundlage im ÖPNV

Ein dotscene Interview mit Dirk Hohmeyer,
Referent für Infrastrukturplanung/QS der kobra NVS GmbH aus Kassel.

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dotscene Hr. Hohmeyer, können Sie uns kurz schildern wofür Sie die erfassten Laserdaten genau verwenden?

Hohmeyer Die Erfassung im Landkreis Nordwestmecklenburg hat uns zunächst mal Planungsgrundlagen geliefert. Wir planen und organisieren die Errichtung und Inbetriebnahme von Dynamischen Fahrgastinformationen an den betreffenden Haltestellen. Zur Entscheidung, Abstimmung, Detailplanung und bauseitigen Umsetzung erstellen wir Pläne auf Basis der Laserdaten.

dotscene Was hat Sie davon überzeugt, für die Erfassung der Haltestellen dieses Mal unseren mobilen 3D-Laserscanner zu verwenden?

Hohmeyer Wir hatten die Wahl, alle involvierten Straßenbaulastträger, also Kommunen oder Ämter, zu kontaktieren und auf Auszüge der Straßen- und Flurkataster zu warten – oder an einem Tag im laufenden Betrieb alle 38 Abfahrtspositionen wesentlich genauer zu erfassen. Auch die Erfassung mit herkömmlichen Methoden hätte Tage, wenn nicht sogar Wochen gedauert und uns bei weitem nicht die gleiche Dichte an Messpunkten gebracht. 

Die Geschwindigkeit der Datenerfassung, die Genauigkeit und die Möglichkeit nachträglich im Büro jederzeit auf jedes Detail zugreifen zu können, sind elementare Vorteile dieser neuen Methode der Datenerhebung.

dotscene Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Sie als Planungsbüro bei der Erfassung großer Mengen an Haltestellen?

Hohmeyer Die Erfassung und Pflege von Infrastrukturdaten im ÖPNV ist aufgrund der Vielzahl der Objekte insbesondere außerhalb großer Städte personell und vom Zeitaufwand her aufwendig und nur begrenzt sehr genau möglich. Wir reden von regional tausenden, mitunter weit auseinanderliegenden Haltepunkten mit höchst unterschiedlichen topografischen und baulichen Bedingungen. Zur Planung von Um- und Ausbauten, aktuell in erster Linie in Richtung Barrierefreiheit, haben wir als Resultat oft nur Geodaten, Luft- bzw. Satellitenbilder und im Idealfall ein paar gute Fotos zur Verfügung.

Jetzt stehen uns die Haltestellen jederzeit als dreidimensionales Modell in unserem Kundenaccount online zur Verfügung.

„Die Geschwindigkeit der Datenerfassung und die Genauigkeit sind elementare Vorteile dieser neuen Methode der Datenerhebung.“

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dotscene Wie sind Sie bisher dabei vorgegangen die notwendigen Daten vor Ort zu erfassen?

Hohmeyer Üblicherweise vermessen wir ein paar punktuelle Grunddaten, also Bordsteinhöhen, Kantenlängen usw.. Dazu versuchen wir, möglichst nutzbare Detailfotos der neuralgischen Punkte und der Gesamtsituation anzufertigen.

dotscene Wie konnten diese Herausforderungen durch die Verwendung unserer Technik gemeistert bzw. effizienter gestalten werden?

Hohmeyer Es geht hauptsächlich um die Nutzung der gewonnenen Daten. Mit dem Laserscanning gewinnen wir Informationen, auf die nicht nur wir, sondern auch der Auftraggeber vorher keinen Zugriff hatte. Das ermöglicht es uns, den nächsten Schritt zu gehen und den Ausbau der Infrastruktur nicht nur strategisch, sondern konkret zu planen. Es handelt sich im Tief- und Freiflächenbau um Maßnahmen von verhältnismäßig geringer Komplexität, aber davon sehr viele, für viele verschiedene Verantwortliche. Wir können aufgrund des geringen Vermessungsaufwands erstmals seriell und damit höchst effizient Standardplanung auf eine Vielzahl von Projekten mit allen möglichen Gegebenheiten anwenden.

dotscene Sie haben die Daten im Nachgang von uns in Ihrem Kundenaccount online zur Verfügung gestellt bekommen, wie hat diese Vorgehensweise Ihren Workflow verändert?

Hohmeyer Das hat uns die Möglichkeit eröffnet, unabhängig und sehr unaufwändig in den Planungsdialog mit unseren Auftraggebern zu gehen. Wir sind in der Lage, jeden Plan jederzeit umgestalten zu können. Wir sind bei der Baubegleitung jederzeit imstande, Stellung zu nehmen und steuernd wirken zu können, ohne den Zeit- und Kostenfaktor Reisen einkalkulieren zu müssen. Da wir mit dieser Methode in Zukunft häufiger nicht mehr vor Ort sein müssen, ist das ein wichtiger Baustein für eine maximal effiziente Dienstleistung.

„Wir können aufgrund des geringen Vermessungsaufwands erstmals seriell und höchst effizient planen.“

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dotscene Vielen Dank Herr Hohmeyer, können Sie uns schon etwas über Ihre nächsten Projekte verraten?

Hohmeyer Wir arbeiten daran, neue Anwendungen im ÖPNV für 3D-Modelle von Infrastruktur nutzbar zu machen. Insbesondere im Routing, also der verknüpften Information und Leitung von Fahrgästen für komplexe Umstiegsbeziehungen in multimodalem Verkehr, sehen wir viel Potential. Wir erfassen natürlich auch weiterhin sehr viel Infrastruktur „in der Fläche“, derzeit in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald. Wenn dort die strategische Ausbauplanung abgeschlossen ist, werden wir uns dank unseres neuen Ansatzes bemühen können, die schnelle und fachgerechte Umsetzung konkreter Baumaßnahmen auch für kleine Kommunen zeit- und kosteneffizient zu leisten.

Unsere Technik

Der dotcube – unser mobiler 3D-Laserscanner

Der dotcube ist das Herzstück unserer technischen Entwicklungen zur digitalen dreidimensionalen Gebäudeerfassung. In Verbindung mit unserer leistungsstarken SLAM-Cloudlösung zur Datenberechnung garantiert der dotcube eine exakte und umfassende Digitalisierung.

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Abbildung: Der dotcube